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Eichhörnchen gehören eigentlich zu den pflegeleichten Tieren, zu einen weil unsere klimatischen Verhältnisse ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen und zum anderen weil sie Allesfresser sind. Dennoch gibt es einige Regeln die man genaustens beachten sollte.

Tiere sollten nur aus genehmigten Zuchten gekauft werden, bitte kauft keine Tiere ohne Zuchtbescheinigung. Ebenfalls dürfen keine Tiere aus der Natur entnommen werden.

Eichhörnchen sind keine Käfigtiere und gehören schon gar nicht in die Hände von Kindern.
Auch wenn sie sehr zahm werden, können sie mitunter ziemlich dreist sein und fangen das zwicken an. Es ist und bleibt ein Wildtier und hat in der Wohnung nichts zu suchen auch wenn es noch so zahm und possierlich ist. Eichhörnchen brauchen eine artgerechte Haltung im Freien.

Bevor man sich also dazu entschließt Eichhörnchen aufzunehmen, sollte man aber erst die behördliche Seite abklären. Dazu informiert Ihr Euch am Besten bei Eurem zuständigen Landratsamt über die Auflagen (ist von Bundesland zu Bundesland verschieden). Alle Tiere müssen dort mit einer Zuchtbescheinigung gemeldet werden.

Grundsätzlich darf jeder Eichhörnchen halten, der den Anforderungen des Gesetzes gerecht wird. Bei  Tierschützern wird die Eichhörnchenhaltung nicht gerne gesehen, dennoch sollte man sich davon nicht einschüchtern lassen. Auf manchen Tierschutzseiten wird geschrieben, dass die Haltung nur in Ausnahmefällen zulässig ist, dies ist absoluter Unfug und dient als Abschreckung. .

Unter folgender Adresse findet ihr die Gesetzeslage in der Bundesartenschutzverordnung

www.bna-ev.de/bna_inhalt/gesetze/naturschutz/bartschv_d.htm

Hier erfahrt ihr alles. Es ist nicht schwierig Eichhörnchen zu halten, vorausgesetzt man erfüllt die Bedienungen für ein artgerechtes und naturgetreues Leben.

Bitte überlegt euch gut, ob ihr die Möglichkeit habt im Garten eine artgerechte Voliere zu bauen und bedenkt auch das Eichhörnchen in Gefangenschaft 10-15 Jahre alt werden können und keine Streicheltiere sind.

Eichhörnchen benötigen eine Voliere mit viel Auslauf und einer möglichst naturähnlichen Umgebung. Sie brauchen viel Klettermöglichkeiten und vor allem Abwechslung. Für 1 – 3 Tiere sollte die Mindestmaße bei 3 m Breite x 2 m Tiefe und 2,40 m Höhe liegen.

Unsere Voliere hat die Abmessung 7 m x 4 m x 2,60 für 5 Hörnchen und 2 Degus.

Pro Eichhörnchen sollten 1 bis 2 Schlafhäuschen (Kobel) vorhanden sein, vor allem wenn man Paare hält darf es ruhig etwas mehr sein. Die Weibchen haben dann die Möglichkeit ihre Jungtiere bei Bedarf umzusetzen. Des Weiteren bieten sie mehr Rückzugsmöglichkeiten für die Hörnchen.

Meine Kobel werden mit Stroh und Heu ausgepolstert, zusätzlich geben ich den Hörnchen noch Nistmaterial in Form von gewaschener Baumwolle, die „Haare“ vom Mais (sehr beliebt), kleine Baumwollstoffstücke (alte T-shirt´s) oder Nagerwolle in die Voliere. Somit haben sie etwas zu tun und was sie brauchen holen sie sich dann. Die Kobel werden alle 6-8 Wochen gesäubert, d. h. ausgeräumt mit Ardap (gegen Parasiten) ausgesprüht und wieder neu befüllt.

Zudem brauchen sie viele Äste zum Klettern, am Besten ganze Baumkronen aus dem Wald (ich frag immer unseren Bauer/Förster), kleine Sitzbretter und Seile. Die Seile mache ich selber. Dazu nehme ich Sisalschnüre und diese werden dann nach Makrame verarbeitet, heraus kommen dann schöne stabile gedrehte Seile.

Sehr beliebt sind auch Korkröhren die man meist günstig auf Reptilienbörsen kaufen kann. Je nach Größe können die Hörnchen durchlaufen oder sich verstecken. Im Sommer sind sie immer ein sehr beliebter Schlafplatz. Genau wie unsere Obstkörbe aus Metall oder die mit Stroh gefüllten Kartoffelsäcke.

Ich persönlich habe noch ein Laufrad in der Voliere. Die Eichhörnchen nehmen dies gerne an.

Der Volierenboden ist aus Beton und darüber ist eine 40 cm dicke Schicht Erde und Rindenmulch. So hat man die Möglichkeit noch etwas zu pflanzen und die Eichhörnchen können ihre Vorräte gut verstecken. Gut geeignet für den Sommer sind Wildblumensamen oder verschiedene Kräuter, diese locken Insekten an, die wiederum von den Eichhörnchen verspeist werden können. Wenn mag kann die Voliere auch bepflanzen. Dieses Jahr werde ich unsere Voliere mit kleinen Tannen, Hopfen und verschiedene Gräser, Farne und Wildblumen ausstatten. Ebenso eignet sich Klee und Löwenzahn. Wer mag kann auch kleine Bäumchen wie Birkne, Eberesche, Hollunder, Haselnuss, Buchen oder Eichen pflanzen.  
Unbedingt zu vermeiden sind Pflanzen wie: Buchsbaum, Efeu, Eibe, Fette Henne, Hortensien, Krokusse, Maiglöckchen, Primeln, Rhododendron, Tulpen und Schneeglöckchen.

Ansonsten sind der Gestaltung keine Grenzen gesetzt.

Von nur Steinplatten halte ich nichts, denn wenn die Eichhörnchen mal fallen, dann fallen sie zu hart und können sich verletzen.

Die Voliere sollte von mindestens 2 Seiten zu sein, damit die Tiere vor Zugluft, Regen oder Schnee geschützt sind. An diesen Wänden können dann wunderbar die Kobel befestigt werden. Ebenfalls sollte auch die Futterstelle geschützt stehen.

Als Futternäpfe habe ich Steinnäpfchen oder flache Schalen, das hat den Vorteile, das nicht erst alles aus den Napf rausgeschmissen wird um zu sehen ob ganz unten noch was besseres liegt. Sie lassen sich auch sehr gut reinigen.

Als Trinknapf habe ich eine Vogeltränke aus Steingut und zusätzlich Nippeltränken.

Die Schlafhäuschen (Kobel) sind aus 18 x 20 mm starkem Holz gebaut. Sie haben die Maße 25 H cm x 30 L cm x 25 B. Das Eingangsloch ist 85 bis 90 mm groß. Das Loch sollte einseitig sitzen, damit sich die Hörnchen im hinteren Bereich aufhalten können. Unsere Kobel bestehen immer aus einem vorderen und einem seitlichen Loch. Bei Gefahr fliehen die Hörnchen aus dem Hinterausgang.

Damit man die Kobel bei Bedarf verschließen kann, werden vor den Löchern noch kleine Verschlusskläppchen angebracht. Dies hat den Vorteil, dass man das Eichhörnchen ohne viel Stress transportieren kann.

Die Kobel sollten immer möglichst hoch hängen, Eichhörnchen wollen immer hoch hinaus. Jedoch sollte man zur Decke noch ca. 10 – 15 cm Platz lassen, da sie auch gerne auf ihren Häusern liegen oder sitzen. Eichhörnchen sind aber von Haus aus kleine Schweinchen, der Deckel des Häuschens wird daher meist mit Kot und Urin verschmutzt sein. Man kann den Deckel aber wachsen, dann verschmutz er nicht allzu stark.  Aber die Kobel sollten sowieso 1 – 2 x jährlich ausgetauscht werden.

Die gesamte Voliere wird alle 4 -5 Monate komplett gereinigt.
 

Vergesellschaftung mit anderen Tieren?

Kann man machen!
Meine Eichhörnchen teilen sich ihre Voliere mit 2 Degus und 5 Zebrafinken. Alle kommen prächtig miteinander aus. Man sieht die Finken und Eichhörnchen sogar zusammen am Futternapf. Meine Zebrafinke und Eichhörnchen sind ausgesprochen zahm und somit werde ich regelrecht belagert wenn ich in der Voliere stehe. Links ein Hörnchen und rechts ein Zebrafink.

     
Die Mitbewohner unserer Eichhörnchen

Es soll auch möglich sein, Kaninchen und Meerschweinchen mit Hörnchen zu halten. Denkbar ist es, aber mir wäre es zuviel Arbeit, die Voliere wöchentlich zu reinigen, da Meerschweinchen und Kanichen doch mehr pillern und kötteln.

Eichhörnchenhaltung ist sehr zeitintensiv aber  es ist ein wundervolles Hobby.